Buchinhalt:
Im Jahr 58 vorchristlicher Zeitrechnung bricht Gaius Julius Caesar auf seinen Feldzug ins freie Gallien auf - jenem Gebiet Nordeuropas, in dem unterschiedliche Völker abseits der Knute Roms die Wälder bevölkern. Die widrigen Bedingungen und blutigen Schlachten halten die Kriegsmaschinerie des römischen Reiches nicht auf und so gilt Caesar bis heute als einer der größten Feldherren seiner Zeit. In de bello gallico von ihm persönlich festgehalten und von Zeitgenossen berichtet ist der Gallische Krieg bis heute Inbegriff von Strategie und kriegerischem Geschick.
Persönlicher Eindruck:
Wer war er, der Feldherr, der mit seinem Namen allen weiteren römischen Kaisern ihren Beinamen gab? Gaius Julius Caesar (ich bleibe hier mit Absicht bei der römischen Schriftweise ohne Umlaut) war der wohl größte Feldherr seiner Zeit sein Gallischer Krieg bis heute Grundlage so mancher Latein- und Geschichtsklausur.
Dem Autor und Paläontologen Angela gelingt es vortrefflich, das Portrait eines außergewöhnlichen Menschen zu zeichnen, der bis heute der Inbegriff des römischen Feldherren darstellt: ein Mann zwischen Größenwahn und Intellekt, ein schlauer Kopf mit Vorstellungskraft dessen, was möglich ist auf dem Gebiet der Kriegsführung der zur damaligen Zeit wohl besten Armee mit Ressourcen, die ihn das freie Gallien erobern lassen.
Das Buch ist ein biografischer Roman, es liest sich sehr gut und man taucht als Leser ein in die Welt um 58 vor Christus: Kopfkino ist garantiert, Angela lässt Bilder vor dem inneren Auge seiner Leserschaft erscheinen und macht das lebendig, was uns im Lateinunterricht noch trocken und grau vorkam.
Sein Buch ist eine in meinen Augen gelungene Mischung aus historischer Realität und schriftstellerischer Fiktion, denn um eine runde Geschichte zu erzeugen, füllt der Autor selbstredend die Lücken dessen, was de bello gallico und die Zeitgenossen als weiße Flächen stehen lassen. Genau das macht die sehr opulente Erzählung plastisch und formt ein Bild von Caesar, das auch so in einem Historienfilm entspringen könnte.
Natürlich hat der Roman mit knapp 700 Seiten auch seine Längen, doch wer sich für Geschichte im Allgemeinen, römische Geschichte im Besonderen und der Biografie großer historischer Persönlichkeiten interessiert, kommt hier voll und ganz auf seine Kosten.
Natürlich geht es nicht ganz ohne KI: wie vom Verlag angegeben behilft man sich im Bildteil dieser modernen Trickkiste, um das Erlebnis noch plastischer zu machen, für mich aber kein größeres Problem, da ich davon ausgehe, dass sich der Autor im Textteil nicht durch moderne Technik hat helfen lassen.
Alles in allem ein lesenswertes Werk für alle Geschichtsinteressierten!