Mama erzählt Finn, dass er am nächsten Tag baden soll. Dabei soll er auch seinen Zipfel waschen. Seinen was? Finn ist irritiert? Was könnte seine Mama meinen. Da er weiß, dass seine Freundin Fiona viele Bücher hat, ist er sich sicher, dass er irgendwo dort die Erklärung finden wird. Gemeinsam reisen sie in das Land der Wörter und lernen dabei so viel mehr, wie nur die Bedeutung für den Zipfel.
Viele kennen es vielleicht, dass es Menschen gibt, die Schwierigkeiten haben, die Geschlechtsteile mit den richtigen Begriffen zu bezeichnen. Und so wird auch den Kindern früh beigebracht, dass es Pullermann, Zipfel oder ähnliches heißt. Dass das weder für die kindliche Entwicklung, noch für den Schutz von Kindern sinnvoll ist, sollte inzwischen den meisten bewusst sein. Trotzdem ist es für viele Menschen nicht so einfach darüber zu reden und genau dafür gibt es solche Bücher, die auf kindgerechte und liebevolle Weise zeigen, wie es eben auch anders geht.
Die Illustrationen in diesem Bilderbuch sind hervorragend. Schon das Cover finde ich wahnsinnig schön. Es ist so super niedlich und zeigt direkt, worum es in dem Buch geht. Und auch die Illustrationen im Inneren des Buches finde ich total gelungen. Sie beschränken sich auf das Wesentliche. Sind nicht überladen und vermitteln genau die Botschaft, die das Buch vermitteln soll. Sie zeigen, dass es absolut nichts gibt, wofür man sich beim "Untenrum" schämen muss und das finde ich echt gelungen.
Und auch der Text ist super und bildet eine ganz wunderbare Einheit mit den Illustrationen. Meine fünfjährige Tochter hat mir das Buch nun schon mehrfach gebracht, weil sie es vorgelesen haben wollte und das ist das größte Kompliment überhaupt. Kinder sind die ehrlichsten Kritiker und sie würde mir das Buch nicht bringen, wenn es ihr nicht gefallen würde. Tatsächlich haben wir in unserer Familie schon immer recht offen über "die Privatsphäre" gesprochen, wie es meine Tochter schon so schön betitelt hat. Und so haben wir das Buch genutzt, um zu zeigen, dass das eben auch anders geht. Meine Tochter hat dadurch auf jeden Fall dazu gelernt und wir kamen auch wieder ins Gespräch darüber, was ich ebenfalls sehr wertvoll finde.
Der Text ist recht knapp gehalten, was aber für die Zielgruppe perfekt ist. So werden sie nicht mit zu vielen Informationen überlastet und können die wichtigen Informationen aufnehmen. Der Text ist nicht nur informativ. Er schafft es dabei auch unterhaltsam und lustig zu sein. Meine Tochter hat nicht nur einmal beim Vorlesen gekichert. Einfach auch weil Fiona und Finn so aufgeweckte Kinder sind.
Ein tolles Aufklärungsbuch, das ganz ohne Schamgefühle zeigt, wie wichtig es ist, die Dinge beim Namen zu nennen und dies auf kindgerechte und liebevolle Art und Weise sowohl in Bild als auch in Text vermittelt.