Isa erwacht frühzeitig aus einem Winterschlaf und kann nicht alleine zu Hause bleiben, denn alle anderen Menschen schlafen noch bis zum Frühjahr. Die Versorgung würde sonst zu einem Problem werden. So wird sie in ein Hotel gebracht mit anderen, die ebenfalls vorzeitig erwacht sind. Dort trifft sie auf echte Menschen, verliert sich aber immer mehr in ein Computerspiel, weil die Realität so trostlos erscheint. Denn die leere, schlafende Stadt hinterlässt bei den wachen Menschen ein einsames Gefühl.
Das Cover vom Buch hat mich überhaupt nicht eingefangen, aber davon sollte man sich nicht abschrecken lassen. Ironischerweise passt es aber gut zur Stimmung in dem Buch. Ich habe das Hörbuch aufgrund des Klappentextes und des Titels angefangen zu hören und bin froh darüber.
Das Buch ist stellenweise verwirrend und lässt den Leser etwas unzufrieden zurück. Die Atmosphäre fühlt sich einsam an und der Erzählstil hat einen langsamen Rhythmus. Das Hörbuch wird so gut vorgelesen, dass es die fast schon nachdenkliche und gelangweilte Stimmung der wachen Charaktere hervorragend widerspiegelt.
Die vorzeitig Erwachten werden in einem Hotel untergebracht und haben keine Aufgabe und leben nur vor sich hin, während um sie herum alle Menschen, ja, eine ganze Stadt oder sogar die ganze Welt schläft. Dabei werden Computerspiele plötzlich sehr intensiv gespielt, denn die wachen Menschen versuchen, ihre Langeweile in einem Spiel zu ertränken und verlieren sich darin. Eines Tages verschwinden sogar Menschen aus dem Hotel und keiner weiß Genaues, warum sie nicht mehr da sind.
Hier gibt es keine eindeutigen Antworten. Vielmehr bleibt es dem Leser überlassen, darüber zu sinnieren, was nun wirklich passiert ist. Die Autorin liefert einen Denkanstoß, eine mögliche Erklärung, ohne sie aber als gegeben hinzustellen. Es regt zum Nachdenken an und man philosophiert darüber, wie es wirklich ist und was das Spiel und der Winterschlaf mit den Menschen anstellen. Ist es eine gute Idee, die KI bedenkenlos eine Lösung finden zu lassen, ohne über die Auswirkungen nachzudenken und zu überlegen, ob es das ist, was die Menschheit will? Ein Computerspiel, das nur Langeweile vertreibt und nur gespielt wird, weil der Mensch keine Aufgabe mehr hat? Eine gruselige Vorstellung.
Fazit:
Es ist keine einfache Strandlektüre, die man beiseitelegt, wenn sie zu Ende ist. Eigentlich fängt das Erlebnis erst wirklich an, wenn das Ende erreicht ist. Diese Geschichte würde sich hervorragend für eine Leserunde eignen. Denn zum Schluss möchte man einfach darüber reden. Und plötzlich verschiebt sich die Meinung zu dem Buch noch etwas, weil es unglaublich interessant ist, darüber zu reden. Im Nachhinein werden einem erst einige Bedeutungen bewusst, was die Autorin mit dieser Geschichte vermittelt.
Während des Hörens steckt die Langeweile der Charaktere an, aber im Nachhinein ist es eine lesenswerte Geschichte, über die man sich noch lange Gedanken macht.
Ich habe dieses Hörbuch im Rahmen einer Verlosung als Rezensionsexemplar erhalten. Dies hat keinen Einfluss auf meine ehrliche Meinung und Bewertung.