Bereits der 1. Band der Saga konnte mich begeistern und auch die Fortsetzung konnte mich überzeugen. Man muss den 1. Band nicht kennen, um der Handlung folgen zu können. Die Autorin nimmt Zeitsprünge vor, so dass die Hauptpersonen des 1. Bandes nur kurze Gastauftritte haben.
Im Mittelpunkt steht dieses Mal Eva, die auf dem Kalmulehof aufgewachsen ist und ihn dann verlässt, weil sie mit den eingeheirateten Frauen nicht zurecht kommt. So wird sie Hauserin , zuerst bei der Tochter ihrer Patin, die mit einem Vikar zusammenlebt und später bei dessen Nachfolger.
Mir hat gut gefallen, dass ich die historischen Ereignisse und Beschwernisse des täglichen Lebens erneut aus Frauensicht miterleben kann. Weiterhin verbreiten marodierende Söldner Angst und Schrecken und in ihren Gefolge die Pest. Auch die Hexenverfolgung erhebt noch stärker ihr hässliches Haupt. Eine noch größere Bedrohung zeichnet sich ebenfalls ab. Die Machtkämpfe zwischen den katholischen und protestantischen Herrschern haben begonnen. Die Autorin schildert lebendig, welche Auswirkungen das alles auf die einfache Landbevölkerung hat, denen die wechselnden Machtverhältnisse herzlich egal sind und dennoch die Hauptlast der negativen Folgen zu tragen haben. Das einzige, was sie dagegen setzen können, ist der dörfliche und familiäre Zusammenhalt.
Mit Eva hatte ich jemanden, die mir dies alles näher brachte und mit der ich mitleiden oder auch freudige Situationen erleben durfte. Auch den ruhige Erzählstil, der zeitweise an einen Bericht erinnert, fand ich angemessen. Mich hat die Geschichte sehr gut unterhalten und ich konnte in die damalige Zeit völlig eintauchen, was mein Verständnis für die historischen Gegebenheiten vertieft hat.