In einer stürmischen Nacht flieht Cato mit Ihrer Tochter vor ihrem gewalttäigen Ehemann ins Moor. In ein Haus, dass sie geerbt hat, ohne zu wissen, wieso sie das Haus geerbt hat und auch ohne zu wissen, wie sie ein neues Leben anfangen soll.
Jahre später flieht Elias ebenfalls des Nachts zu seine Oma in das gleiche Haus im Moor, weil er etwas getan hat, was sich so einfach nicht aus der Welt schaffen lässt.
Sowohl Cato als auch Elias sind Protagonisten des Romans "Spiegelland" von Rebekka Frank, der eine Zeitspanne von über 250 Jahren umspannt und eine Familiengeschichte entspinnt, die einen mit- und gefangen nimmt.
So spielt die dritte Geschichte des Romans im Jahr 1756 und begleitet Aletta dabei ein selbstbestimmtes Leben zu führen, in eine, Dorf, das noch nicht existiert und auf dem Moor entstehen soll.
Die Geschichte entwickelt eine unglaubliche Sogkraft, auch wenn vor allem die Kapitel aus dem Jahr 1756 sich zunächst schwer in die anderen beiden Geschichten einfügt. Hier sollte man aber in jedem Fall am Ball bleiben, denn je länger man liest, desto mehr verweben sich die Geschichten, genau wie der alte Wandteppich, der zu Beginn des Buches geknüpft wird.
Rebekka Frank erzählt in ihrem Buch von tollen Frauenfiguren und unglaublichen Schicksalen und schafft es vor allem am Anfang des Buches sehr, die Geschichte zu tragen und nur immer soviel zu enthüllen, um den Leser bei der Stange zu halten. Ein sehr gelungener Schreibstil tut sein übriges den Leser am Ende wirklich an die Seiten zu fesseln.
Das Buch hat eine sehr starke Message, zu der ich, um nicht zu spoilern, gar nicht viel mehr sagen möchte. Jedoch muss man auch sagen, dass die Autorin hier und da die Message auch sehr plakativ verkauft, was es meines Erachtens nach nicht gebraucht hätte. Der Leser wäre auch ohne diese sehr nahe Begleitung zu den richtigen Schlüssen gekommen und vielleicht sogar noch tiefer in die Analyse gegangen. Dafür und für die leider am schwächsten geratene Geschichte um Elias einen Stern Abzug.
Darüber hinaus ist "Spiegelland" aber ein tolles Buch, was ich jederzeit weiterempfehlen würde und es war sicherlich auch nicht das letzte Buch, welches ich von Rebekka Frank gelesen habe.