Schreibstil:Der Schreibstil ist grundsätzlich flüssig und gerade die Beschreibungen haben mir richtig gut gefallen. Ich konnte mir die Welt, die Wesen und die verschiedenen Orte sehr gut vorstellen. Anstrengend wurde es für mich eher durch die Erzählweise und die vielen Informationen, die man nebenbei verarbeiten muss. Dazu kommt die Verwendung von "xier" und den entsprechenden Formen, an die ich mich wirklich erst gewöhnen musste. Das queere Konzept dahinter fand ich dagegen sehr interessant und auch passend in die Welt eingebaut. Ich persönlich habe noch nie ein Buch mit einem queeren (genderfluiden) Main Charakter gelesen, weshalb ich absolut neugierig war, wie ich es finden würde. Fazit: Mein Herz schlägt doch irgendwie für den Prinzen, aber noch besser: Jeder und jede kann dieses Buch mit seiner ganz eigenen Vorstellung je nach Präferenz lesen:)Die Geschichte - diese Welt ist einfach krassIch glaube, mein größtes Problem mit "Moth Dark" war gleichzeitig das, was ich am Buch am meisten mochte: Es gibt hier unglaublich viel zu entdecken. Das Worldbuilding ist wirklich grandios und diese dunkle Welt hat mich total fasziniert. Besonders die Dark-Wesen fand ich richtig cool und ich hätte tatsächlich gerne noch viel mehr über sie und ihre Entstehung erfahren. (Mampfi ist doch einfach zu süß, oder?)Sascia - Mampfis AuserwählteSascia fand ich dabei als Hauptfigur sehr passend. Sie ist Wissenschaftsstudentin und hinterfragt dementsprechend erstmal vieles, anstatt einfach alles zu glauben, was man ihr erzählt. Gerade bei dieser Welt fand ich das super, weil ich wahrscheinlich genauso viele Fragezeichen im Kopf gehabt hätte wie sie. Ihre Verbindung zu Nugau entwickelt sich dabei auch nicht nach dem Motto "einmal gesehen und sofort verliebt". Vielmehr werden die beiden durch die Geschehnisse immer stärker miteinander verwickelt und genau das hat mir gut gefallen.Überhaupt ist die Geschichte ziemlich groß angelegt. Es gibt eine Mission, die weit über das hinausgeht, was gerade unmittelbar passiert, und die Figuren haben dadurch auch etwas, worauf sie im Hinblick auf ihre Zukunft hinarbeiten. Gleichzeitig macht die Geschichte es einem wirklich nicht leicht, herauszufinden, was eigentlich wann passiert. Denn wir wechseln immer wieder zwischen verschiedenen Zeitebenen und manchmal merkt man erst nach einigen Sätzen, dass man gerade gar nicht mehr in der Zeit ist, in der man eben noch war. Das macht die Geschichte ziemlich undurchsichtig. Ich fand es meistens spannend, weil ich dadurch selbst ständig versucht habe, die einzelnen Puzzleteile zusammenzusetzen. Es gab aber eben auch Momente, in denen ich einfach nur dachte: Hä? Wo sind wir jetzt? Denn es gibt eben keinerlei Peritext, der darauf hinweist.Und genau da kam bei mir leider immer wieder dieses Gefühl auf, dass die Geschichte nicht so richtig vorankommt. Ich musste mich teilweise ziemlich konzentrieren und hatte zwischendurch einfach keine Lust, mich noch einmal durch die ganzen Zusammenhänge zu arbeiten. Das ist schade, weil ich die eigentliche Geschichte wirklich interessant fand. Zum Ende hin kam da zum Glück nochmal eine Art Auflösung, die bei mir noch die letzten Fragezeichen ausradieren konnte, aber bis dahin musste man es auch erstmal schaffen.Eine große Mission und ganz viele FragezeichenWas mir wiederum sehr gut gefallen hat, ist, dass die Geschichte nicht nur auf ein einzelnes Ziel hinausläuft. Die Figuren stehen vor einer Aufgabe, die auch für ihre Zukunft eine große Bedeutung hat. Dadurch hatte ich immer das Gefühl, dass das hier erst der Anfang von etwas viel Größerem ist. Nugau ist ganz passend charakterisiert für all das. Er/sie ist zielstrebig und mächtig und dazu ein echter Krieger/eine echte Kriegerin. Es war spannend zu sehen, wie er/sie mit dieser mehr als bedrückenden Situation umgeht und gleichzeitig noch irgendwo an das Gute in den Menschen glaubt, weil er/sie Sascia kennt und anhört.Auch das Ende fand ich deshalb ziemlich spannend. Nicht unbedingt, weil plötzlich alles aufgeklärt wird, sondern weil ich danach erstmal darüber nachdenken musste, was das jetzt eigentlich für die Figuren und die weitere Geschichte bedeutet. Gerade dieses Gefühl, dass ich noch nicht alles verstanden habe, hat mir gefallen.Fazit:Moth Dark hat mich vor allem mit seinem Worldbuilding beeindruckt. Die Welt ist düster, ungewöhnlich und voller Dinge, über die ich gerne noch mehr erfahren hätte. Auch Sascia und ihre Verbindung zu Nugau haben mir gut gefallen.Gleichzeitig war mir die Geschichte durch die wechselnden Zeitebenen und die vielen Informationen teilweise einfach zu anstrengend. Ich hatte zwischendurch immer wieder das Gefühl, dass ich zwar wissen wollte, wie es weitergeht, aber gerade nicht unbedingt weiterlesen wollte.Von mir gibt es 3 von 5 Sterne.