Geschichte aus dem Hunting Souls Universum - leider mit deutlich weniger Spannung und mehr Romance Fokus
Wicked Souls Band 1 ist im Grunde eine leichte Romantasy-Geschichte mit viel Fokus auf Liebe und leider ziemlich wenig Spannung. Dabei mochte ich die "Hunting Souls"-Dilogie total gern, gerade weil sie diese Mischung aus Spannung, Magie und Romance so gut hinbekommen hat. Genau das hat mir hier leider gefehlt.Die Story startet damit, dass Lyn auf ihrem Abschlussball mit einem Liebesfluch belegt wird. Am Institut für Moderne Magie dreht sich für sie danach fast alles nur noch darum, die wahre Liebe zu finden, um den Fluch zu brechen. Parallel gibt es zwar Einbrüche im Institut, aber die bleiben eher Nebensache und hätten eigentlich viel mehr Raum verdient. Dadurch wäre auch auf jeden Fall mehr Spannung aufgekommen.Das größte Problem ist für mich die Vorhersehbarkeit. Das Love Triangle wird sehr früh so deutlich angedeutet, dass man eigentlich sofort weiß, wie es ausgeht. Viele Entwicklungen laufen genau so ab, wie man es erwartet. Teilweise waren meine eigenen Theorien sogar spannender als das, was dann passiert ist. Es war für mich auch nicht ganz ersichtlich, warum der eine Bruder "besser¿ sein soll als der andere... Lyn's Wahl wirkte für mich leider ziemlich willkürlich.Auch Lyn konnte mich diesmal nicht ganz überzeugen. In Hunting Souls mochte ich sie noch total gern, hier wirkt sie oft unsicher, ziemlich fixiert auf ihren Fluch und teilweise etwas naiv. Sie sieht in fast jedem einen potenziellen "Retter" und versteift sich nach der Prophezeiung sehr auf eine bestimmte Richtung, obwohl das gar nicht so eindeutig ist. Immerhin entwickelt sie sich im Laufe der Geschichte ein bisschen weiter.Die Welt an sich hätte eigentlich richtig viel Potenzial: das Institut, die verschiedenen magischen Bereiche, die Auffangstation für magische Tiere... alles coole Ansätze, die aber eher oberflächlich bleiben. Auch die Einbrüche verlieren schnell an Spannung, weil man recht früh ahnt, wer dahintersteckt und die Motive jetzt auch nicht besonders stark sind.Was mir gefallen hat, waren die Szenen zwischen Lyn und Gabriel. Die sind teilweise echt süß und haben Witz, ohne zu kitschig zu sein. Generell liest sich das Buch auch sehr leicht und flüssig, was gerade für jüngere Leser:innen oder Romantasy-Einsteiger gut funktionieren dürfte. Der Cliffhanger am Ende war dann tatsächlich überraschend und macht neugierig auf Band 2. Insgesamt aber eher eine nette, ziemlich vorhersehbare Geschichte, die deutlich mehr hätte sein können. Vor allem, wenn man die starke Vorgänger-Dilogie im Hinterkopf hat.