"Da, wo ich herkam, hatten alle kurze Namen. Schnell genannt, schnell vergessen. Als lohnte es sich nicht, mehr als nur eine Silbe an uns zu verschwenden." (S. 17)
Ohne große Umschweife oder Einführung, wird man als Leser mitten in die Geschichte katapultiert. Cor hat keine Familie. Von Kindesbeinen an, ist er Teil einer Diebesgilde, die Kinder ausbeutet und zu Dieben für ihre eigene Sache ausbildet. Obwohl Cor clever und flink ist, wird er einmal zu viel erwischt. Der Magier Jonathan Fossell rettet Cor kurz vor einer möglichen Exekution, in dem er ihn als Arbeitssklave kauft.
Von diesem Moment an, lernt Cor ein völlig anderes Leben kennen und schätzen.
Cor war mir das gesamte Buch über mehr als sympathisch. Er hat eine schnelle Auffassungsgabe, ist liebenswert und bescheiden. Seine Vergangenheit war schrecklich und trotzdem helfen ihm die Skills und sein Wissen als Dieb auch im magischen Leben weiter.
Jonathan Fossell ist ein Magier, der Gelassenheit und Wissen ausstrahlt. Ich fand es einfach schön wie er Cor aufgenommen und behandelt hat. Es entsteht eine starke Verbindung und Vertrauen zwischen den beiden.
Die Haushaltsdame Babette mit ihrer harten Schale und ihren weichem Kern, habe ich besonders ins Herz geschlossen.
Die Zeiten, in denen die Geschichte spielt, sind hart. Der Ton und der Umgang sind rau. Kinder werden teils unterdrückt und sind nur Mittel zum Zweck. Sie sind außerdem oft Opfer von Gewalt. Das gibt der magischen Geschichte einen recht düsteren Touch, der mir jedoch gut gefallen hat. Das Zusammenspiel der Diebesgilden und ihre Machtstrukturen haben mich sehr fasziniert.
Der Schreibstil von Judith Mohr ist durchweg unterhaltsam und sehr angenehm, ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen.
Fazit:
"Stadt der Magier und Diebe" ist eine spannende Geschichte mit einem düsteren Setting. Die Autorin verbindet geschickt reale Geschehnisse mit magischen Elementen. An der Seite des jugendlichen Cors habe ich es genossen, diese Welt zu erkunden und den Gefahren zu begegnen.