"Katzentage" von Ewald Arenz erzählt von Paula und Peter, zwei Kolleg:innen, die nach einem Seminar durch einen Bahnstreik ungeplant mehrere Tage in Würzburg feststecken. Diese geschenkte Zeit verbringen sie gemeinsam in der Stadt, kommen sich langsam näher und reflektieren über Nähe, Zufall und verpasste Chancen. Begleitet von einer zugelaufenen Katze entwickelt sich eine leise, atmosphärische Geschichte über den Mut, sich auf den Moment einzulassen..Seite 38: "Irgendwie hatten sich ihre Hände gefunden. Eigentlich.. eigentlich, dachte Paula, mag ich das nicht. Hab ich noch nie. Aber mit ihm.. es fühlt sich nicht seltsam an. Und auch das Loslassen nicht. Ich glaube, deshalb konnte ich es nie leiden. Weil das Loslassen vom anderen immer falsch gedeutet wird. Dabei möchte man doch nur frei gehen, und es hat nichts damit zu tun, ob man den anderen liebt oder nicht.".Ich liebe die Bücher von Ewald Arenz ja sehr und auch mit diesem Roman konnte er mich richtig gut unterhalten. Eine Geschichte, mit gerade einmal 130 Seiten, die vom Anfang bis zum Ende wunderbar von Florian Bayer illustriert wurde. Es macht während dem lesen eine richtige Freude, Paula und Peter zu begleiten. Ein ruhiger und warmherziger Roman, der von vielen kleinen Momenten erzählt, die so besonders sind im Leben und mit denen man absolut nicht rechnet. Mit viel Feingefühl erzählt Arenz von Nähe, Zufall und dem Mut, Gefühle zuzulassen. Leise Dialoge und eine herbstliche Stimmung, die für eine entschleunigte Lektüre sorgen. Stellenweise hätte die Geschichte ein wenig mehr Tiefe und Spannung vertragen können, aber ansonsten ein ganz wunderbares Buch, das ich wirklich gerne gelesen habe.