Jörn Bohn nimmt seine Leser in Die Kunst, nicht loszulassen mit auf eine sehr persönliche Glaubensreise. Ehrlich, nachdenklich und mit einer wohltuenden Portion Selbstironie.
Der Autor, Lehrer für Deutsch und Evangelische Religion sowie Prädikant der Sächsischen Landeskirche in Dresden, gewährt in rund fünfzig Andachten Einblicke in sein Ringen mit dem Glauben, seine Zweifel, seine Fragen und seine Erfahrungen im Alltag eines Christen, der trotz allem an Gott festhalten will.
Ein ehrlicher Blick auf den Glauben
Bohn schreibt keine frommen Erfolgsgeschichten, sondern Texte, die mitten im Leben stehen.
Er beschreibt, wie es sich anfühlt, hinter Jesus her zu humpeln. Seine Gedanken entstehen im Spannungsfeld zwischen Glauben und Zweifel, zwischen Hoffnung und Enttäuschung.
Dabei verschweigt er nicht, dass er sich in schwierigen Zeiten auch durchaus mal nicht getragen, sondern allein gelassen fühlte. Und gerade darin liegt die besondere Stärke dieses Buches: Es zeigt, dass Glaube auch Brüche und Fragen aushalten darf.
Andachten mit Tiefgang und Humor
Jede Andacht beginnt mit einem Bibelvers oder Bibeltext, gefolgt von persönlichen Überlegungen, kleinen und großen Alltagsbeobachtungen und ehrlichen Einsichten.
Bohns Sprache ist dabei zugänglich, manchmal launig, immer authentisch.
Seine Texte sind keine fertigen Antworten, sondern Einladungen zum Weiterdenken. Man soll ihm ruhig widersprechen, schreibt er selbst und genau das macht den Reiz dieser Lektüre aus.
Für wen ist das Buch geeignet?
Dieses Andachtsbuch richtet sich an Menschen, die den Glauben nicht idealisieren, sondern ehrlich mit ihm ringen. An Leser, die auch Zweifel kennen, die andere Perspektiven aushalten können und denen es nicht um ein Alles wird gut-Christentum geht, sondern um echtes Fragen und Suchen. Wer bereit ist, über den eigenen Glauben nachzudenken und sich von einem offenen, ehrlichen Ton ansprechen lässt, wird hier viel entdecken.
Fazit: Die Kunst, nicht loszulassen ist kein triumphalter Rückblick auf bestandene Glaubensprüfungen, sondern ein geistliches Tagebuch voller Momentaufnahmen.
Es lädt dazu ein, sich selbst wiederzufinden: In den Fragen, im Zweifel, im Festhalten.
Ein besonderes, persönliches und lesenswertes Buch für alle, die sich auf eine ehrliche Auseinandersetzung mit ihrem Glauben einlassen wollen und nicht unbedingt mit dem Autor in allem einer Meinung sein müssen.