Im Januar 2026 hat der Autor Christof Gasser gemeinsam mit dem Verlag emons: den Regionalkrimi Solothurn ruft nach Vergeltung herausgebracht. Das Cover passt gut zur Geschichte und in die Reihe. Es handelt sich um den siebten Band mit dem Ermittler Dominik Dornach. Er kann ohne Vorkenntnisse gelesen werden.
Von Christof Gasser habe ich schon mehrere Krimis gelesen. Sie sind komplex, vielschichtig und bleiben im Gedächtnis. In diesem Teil traut er sich an ein schwieriges Thema. Den Femizid. Er stellt die Frage, wieviel Schuld der Mensch tragen kann, bis er zerbricht.
In Solothurn tobt das Leben. Es sind Filmtage und der Regisseur Tom Kurti soll für eine umstrittene Doku ausgezeichnet werden, die sich mit dem Thema Frauenhass beschäftigt. Die Verleihung des Preises steht an, doch dann wird Kurti ermordet. Schnell vermutet Dornach, dass der Tod mit dem Film zusammenhängt, für den Kurti ausgezeichnet werden sollte. Zeitgleich erinnert er sich an eine Tat, die ca. 15 Jahre zurück liegt und die mit seiner eigenen Familiengeschichte zusammenhängt. Die Zeit läuft.
Der Schreibstil von Christof Gasser liest sich gut und flüssig. Ich empfinde ihn als unaufgeregt. Eine einfache Wortwahl verdeutlicht die Tiefe der Geschichte. So dauert es nur wenige Zeilen und schon bin ich tief in die Geschichte versunken. Ich empfinde sie als komplex und vielschichtig. Nichts anderes bin ich vom Autor gewohnt. Über ca. 330 Seiten folge ich seinem Ermittler Dominik Dornach durch seinen Fall. An den richtigen Stellen freue ich mich über unerwartete Wendungen. Das zwingt mich zum Nachdenken und nicht nur einmal lege ich das Buch zur Seite, damit ich mein Ermittlungsköpfchen neu sortieren kann. Am Ende ist der Fall sauber gelöst und meine Fragen sind beantwortet.
Alles in allem hat der Autor Christof Gasser mit Solothurn ruft nach Vergebung einen Regionalkrimi auf den Büchermarkt gebracht, den es sich zu lesen lohnt. Wer Lust auf einen vielschichtigen und komplexen Krimi in der Schweiz hat und sich vom Thema Frauenhass nicht abschrecken lässt, der ist hier richtig. Von mir bekommt der Autor 4 verdiente Lesesterne und eine Leseempfehlung.