Ein alleine lesbarer Auftaktband als Spin-Off zur Spellboundreihe.
Ein Cookie für den Dämon von Annette Marie ist der Auftakt zu einem Spin-off der Spellbound-Reihe, lässt sich jedoch problemlos ohne Vorkenntnisse lesen. Die Geschichte folgt Robin Page, die nach dem Tod ihrer Eltern zu ihrem Onkel Jack zieht und bald entdeckt, dass dieser als Dämonenbeschwörer tätig ist. Als Robin im Keller des Hauses einen gefangenen Dämon findet und ihm aus Neugier einen Cookie in den Beschwörungskreis wirft, löst sie damit eine Kette von Ereignissen aus, die sie tief in eine gefährliche Welt aus Magie, Geheimnissen und moralisch fragwürdigen Entscheidungen hineinzieht.Annette Marie gelingt es, mit ihrem gewohnt lockeren und sehr zugänglichen Schreibstil schnell in die Handlung hineinzuziehen. Die Geschichte liest sich flüssig und entwickelt von Beginn an eine hohe Handlungsdichte. Besonders der Humor und die dynamischen Dialoge sorgen dafür, dass auch ernste Situationen immer wieder aufgelockert werden.Die Protagonistin Robin wirkt mutig und entschlossen, gleichzeitig aber auch sehr naiv. Diese Mischung macht sie zwar sympathisch, führt jedoch gelegentlich zu Entscheidungen, die man als Leser kritisch betrachtet. Gerade dadurch entsteht aber eine glaubwürdige Entwicklungsperspektive für die folgenden Bände der Reihe.Besonders herausragend ist der Dämon Zylas. Mit seinen sarkastischen Kommentaren, seiner widerwilligen Unterstützung und seiner insgesamt widersprüchlichen Persönlichkeit wird er schnell zur interessantesten Figur der Geschichte. Seine Szenen gehören zu den unterhaltsamsten Momenten des Buches und wecken die Neugier darauf, ihn in weiteren Abenteuern zu begleiten.Einige Fragen aus dem Beginn der Handlung bleiben bewusst offen und scheinen darauf angelegt zu sein, erst in späteren Teilen beantwortet zu werden. Das sorgt zwar für Spannung, hinterlässt jedoch auch das Gefühl, dass bestimmte Aspekte der Geschichte noch nicht vollständig greifbar sind. Auch das Verhalten von Robins Cousine bleibt stellenweise schwer nachvollziehbar, was etwas irritierend wirken kann.Insgesamt überzeugt der Band durch seine dichte Handlung, die humorvollen Dialoge und den angenehmen Schreibstil der Autorin. Auch ohne die Hauptreihe vollständig gelesen zu haben, lässt sich die Geschichte gut verfolgen. Wer urbane Fantasy mit schnellen Dialogen, einem sympathischen Dämon und einer Prise Humor mag, findet hier einen unterhaltsamen Einstieg in eine neue Reihe. Dämonisch sprechen lernt man dabei zwar noch nicht, aber neugierig auf mehr wird man auf jeden Fall.