Diana Bishop tritt eine neue Stelle an der Universtität Oxford an. Die Vollzeithistorikerin die eigentlich einer alten Hexenfamilie stammt, will sich eigentlich nur mit alten alchemistischen Drucken beschäftigen, die in der Bodalaine Bibliothek aufbewahrt werden. Doch als sich eines davon als ein verschollenes magisches Buch herausstellt, ist plötzlich die ganze magische Welt hinter ihr her. Einen Verbündeten findet sie im Vampir Matthew Clairmont - nur dass eine Verbindung der beiden gegen alle Gesetze verstoßen...Dass Deborah Harkness selbst Historikerin ist, liest man auf jeder Seite heraus. Jedes Detail ist stimmig und wer (wie ich) selbst im Wissenschaftsbetrieb arbeitet, wird feststellen, dass dieser sehr gut repräsentiert wird. Und eine ähnliche Detailtreue legt sie bei ihrem Magiesystem an den Tag. Die ganze magische Welt ist durchstrukturiert, es steckt ein regelrechtes politisches System dahinter, und jede Handlung zieht ihre Konsequenzen nach sich. Auch die Charaktere sind klar herausgearbeitet, mit nachvollziehbaren (wenn auch teilweise frustrierenden) Motiven und die zwei Protagonisten sind sehr sympatisch (im Laufe der Handlung die Liebesgeschichte immer mehr Platz ein).Leider zieht sich die Geschichte durch all diese Details etwas in die Länge. Das Buch hat mit seinen rund 800 Seiten einen ziemlichen Umfang, und durch mehrmalige Schauplatzwechsel, dauert es scheinbar noch länger (teilweise fühlt man sich am Ende, als hätte man 3 Bücher gelesen). Die Geschichte ist es zwar definitiv wert, erfordert aber ein gewisses Maß an Konzentration und Durchhaltevermögen, und es ist kein Buch für "zwischendurch".