Trees lebt auf einer kleinen Insel inmitten der smaragdgrünen See. Sie ist verliebt in Charles, den Sohn des Herzogs, und er erwidert ihre Gefühle. Doch sein Vater zwingt ihn, auf Brautschau zu gehen. Charlie gelobt Trees, dass er niemanden außer ihr heiraten wird und fährt mit einem Schiff davon. Ein Jahr später erfährt sie, dass er als tot gilt, nachdem er vom König in die Nachtschwarze See geschickt wurde, um dort die Zauberin zu stellen.
Für Trees ist es klar, dass sie Charlie retten muss. Doch das ist leichter gesagt als getan, denn niemand darf die Insel ohne ausdrücklichen Befehl des Königs verlassen
Ich hatte schon einiges über diesen Roman gehört, ehe ich ihn mir zulegte. Das machte mich neugierig, vor allem, als ich einige Stimmen hörte, die dieses Buch der Romantasy zuordnen, es aber trotzdem loben. Da ich ohnehin nach meiner Erfahrung mit Sandersons Einspringen in Das Rad der Zeit etwas von ihm lesen wollte, besorgte ich mir also diesen Roman.
Ich weiß nicht, was ich erwartet hatte, auf jeden Fall nicht das, was ich dann gelesen habe. Der Roman sprüht geradezu vor Leben. Der Humor darin, die Ironie, die immer wieder eingestreut wird, ist einfach herrlich zu lesen! Die Geschichte an sich spannend und ja, man kann dieses Buch der Romantasy im weitesten Sinne zuordnen.
Auf jeden Fall vertauscht Sanderson hier sehr strikt die Rollen: Trees ist diejenige, die anpackt und Pläne schmiedet, während Charlie von einem ins nächste Fettnäpfchen tritt und des öfteren gerettet werden muss. Nur allein das ist schon so herrlich amüsant, dass ich immer wieder schmunzeln musste.
Der Erzähler der Geschichte berichtet diese voller Ironie und mit prosaischen Einschüben, die immer wieder zum Lachen reizen. Einige Sätze habe ich mir tatsächlich abgeschrieben zum Immer-wieder-Lesen, denn sie waren so herrlich und voller Witz, dass ich laut lachen musste. Was meine beiden kätzischen Mitbewohner sehr irritierte.
Die Welt ist reich und etwas, was ich so noch nicht gelesen hatte. Die Figuren sprühen vor Leben, auch wenn sie mehr oder weniger Stereotypen sind. Aber das ist gut und passt zur Story. Sanderson selbst schreibt im Nachwort, dass er diese Geschichte als eine Art Märchen für Erwachsene geschrieben hat und ich kann dem nur zustimmen. Es ist ein hoher märchenhafter Faktor in der Erzählung, die das ganze einfach nur abrundet und zu einem kompletten Paket verpackt.
Alles in allem ein gelungener Fantasy-Roman voller Witz und Abenteuer, mit liebenswerten Charakteren, die dem Leser ans Herz wachsen.