Ein toller Roman mit wenig Schwächen.
Auch der siebte Roman der Sturmlicht-Chroniken (zumindest nach der deutschen Aufteilung der englischen Bände) ist wieder wirklich gut. Ich liebe die Welt von Roschar einfach.Wie wir wissen, ist der "erste" Teil von Sanderson-Romanen meistens der, wo weniger passiert. Für gewöhnlich baut der erste Teil die Handlung auf, vertieft das Worldbuilding und bereitet den "zweiten" Teil vor, wo dann die Handlungen zu Ende geführt werden und es zum großen, actiongeladenen Finale kommt. Es gibt einige, die deshalb die "ersten" Teile langweilig finden. So geht es mir nicht; ich mag grundsätzlich die ruhigeren Passagen und finde es toll, in die Welt einzutauchen. Unabhängig davon, ist dieser "erste" von zwei Teilen ungewöhnlich ereignisreich. Mit der Schlacht von Herdstein am Beginn und der Invasion des Turms am Ende des Bandes gibt es gleich zwei Höhepunkte in diesem Roman. Was ich an diesem Teil nicht mochte, war der Timeskip zwischen diesem und den vorherigen Roman. Kaladins "Schlachtenschock" war so für mich nicht so wirklich nachvollziehbar. Deutlich mehr hätte ich mir auch zu Jasnah gewünscht. Wie sichert sie sich ihren Thron als erste Königin? Wird sie akzeptiert? Wie gehen sie und die anderen Alethi mit ihre "Exil" um, nachdem ihre Heimat erobert worden ist? Das alles sind Fragen, die durch den Timeskip übersürungen wurden. Gut fand ich das nur bei Ialai Sadeas; als Antagonistin gefiel sie mir nicht wirklich, da sie eigentlich nur eine schlechtere Version des famosen Torol Sadeas. Wirklich hassen tue ich Taravangian. Es ergibt einfach keinen Sinn, dass ihm vertraut wird. Außerdem nervit mich seine Arroganz unfasstbar, die viel zu oft in seinen Zwischenspielen zu lesen ist. Er ist ein wandelnder Verräterus, der gegenüber Dalinar sogar offen zugibt, den König von Jah Keved ermordet zu haben. Wenn Dalinar eins und eins zusammenzählen würde, müsste er erkennen, dass Taravangian den gleichen Attentäter auch zu ihm geschickt hatte. Aus Sicht eines jeden muss offensichtlich sein, dass er ein Verräter ist. Man könnte ihn auch sehr leicht ausschalten, da seine Machtbasis als ausländischer König, der noch dazu als "schwachsinnig" gilt, auf Jah Keveds Thron mehr als angreifbar ist. Es ergibt einfach keinen Sinne, egal wie man es betrachtet, dass die Alliierten ihn auf seinem Thron lassen, ihm vertrauen und ihn gewähren lassen. Die Invasion des Turms machte mich wütend, wenn ich ehrlich bin. Aber eigentlich ist das ja ein gutes Zeichen, denn wenn man so mit den Charakteren mitfiebert, hat der Auto wirklich etwas richtig gemacht.